„Nehmt einander an und seid das Licht der Welt!“
Röm 15,7 und Mt 5,14

„Nehmt einander an und seid das Licht der Welt!“

Unter unserem ehemaligen Bischof Heiner Koch wurde 2013 der Struktur- und Erkundungsprozess initiiert. Der Strukturprozess führte zur Neugründung der Pfarrei St. Elisabeth am 7. Juni 2020. Der Erkundungsprozess sollte die notwendigen Strukturänderungen begleiten und dabei helfen, ein (neues) Selbstverständnis zu entwickeln. Dieser Prozess wurde unter das Leitwort "So da sein, wie ER da ist" gestellt und hält bis heute an.
Bischof Koch hatte dabei nicht nur die Pfarreien aufgerufen, über die Rolle der Kirche in ihrer Umgebung und der Gesellschaft nachzudenken, sondern auch die sogenannten "Kirchlichen Orte" eingeladen, sich mit ihren Erfahrungen und Sichtweisen in den Prozess einzubringen. Mit Kindertagesstätten und Schulen in christlicher Trägerschaft, Krankenhäusern mit ihren Seelsorgern und vielen weiteren sozialen Einrichtungen im kirchlichen Umfeld kamen wir in einen erfreulich tiefgehenden Austausch. Gemeinsam bildeten wir eine Verantwortungsgemeinschaft, die auch in Zukunft gemeinsam darauf zu achten, "so da zu sein, wie ER da ist".

Als Leitlinien für unser gemeinsames Tun hatten wir zuerst ein "Bliblisches Leitwort" gesucht. Dieses lautet "Nehmt einander an und seid das Licht der Welt!" und zitiert aus Röm 15,7 und Mt 5,14. Dieses Leitwort war wiederum Basis für den "Biblisch begründeten Auftrag":

Die Pfarrei "St. Elisabeth" und die gemeindenahen Kirchlichen Orte als Verantwortungsgemeinschaft sehen als wesentliche Elemente von Kirche an:

  • Eine menschliche und geistliche Beheimatung durch Gottesdienst und lebendiges Gemeindeleben, für das ein Team von Haupt- und Ehrenamtlichen gemeinsam Verantwortung trägt. Jede/r einzelne Christ/in ist aufgrund von Taufe und Firmung zur Mitgestaltung berufen. Dadurch sind eine Vielfalt von Beziehungen untereinander und eine ortsnahe Seelsorge möglich.
  • Aus dieser Beheimatung erwächst die Fähigkeit zur Offenheit nach außen, sowohl in die Ökumene der christlichen Kirchen als auch gegenüber unseren nichtreligiösen oder andersreligiösen Mitmenschen, in fruchtbarer Zusammenarbeit mit den anderen kirchlichen Orten. Die Sorge um die vielfältigen menschlichen Nöte hat dabei einen hohen Stellenwert. 
    Strahlkraft nach außen entspringt aus dem inneren geistlichen Leben als Christen mit Jesus Christus. Für katholische Christen ist dabei die Feier der Eucharistie von hoher Bedeutung.

Die Kirchlichen Orte in der Vielfalt ihrer sozialen, pädagogischen oder medizinischen Aufgaben sehen als wesentliche Elemente ihres Kirche-Seins an:

  • Die Priorität ihres jeweils spezifischen Auftrages und der dazu notwendigen organisatorischen Struktur. Dieser spezifische Auftrag leitet sich aus dem christlichen Menschenbild und der christlichen Botschaft ab. Bei seiner Erfüllung stellt die Zusammenarbeit von Christen und Nichtchristen den Normalfall dar.
  • Diese Zusammenarbeit von Christen und Nichtchristen erfordert die Möglichkeit zu unterschiedlicher Nähe und Distanz zum „Kern der Kirche“ („Wort & Sakrament“). Gleichzeitig ist eine sinnvolle und vielfältige Zusammenarbeit, Kommunikation und Vernetzung mit den Pfarrgemeinden und den anderen Kirchlichen Orten wichtig.

In dieser Vielfalt unserer Berufungen sind wir als Menschen und für die Menschen gemeinsam Kirche im Gebiet von Dresden-Johannstadt/Striesen/Zschachwitz.

Die Zusammenarbeit mit den auf dem Gebiet der Pfarrei bestehenden kirchlichen Einrichtungen – der sogenannten „Kirchliche Orte“ – soll auch in Zukunft ein wesentlicher Pfeiler des kirchlichen Lebens sein; den Rahmen dafür werden weiterhin die Verantwortungsgemeinschaften bilden. Die über viele Jahrzehnte auf Gemeindeebene gewachsene ökumenische Zusammenarbeit wird auch weiterhin dort ihren Platz haben.
Es wird wichtig sein, dass jeder einzelne Christ und jede einzelne Christin ihre Mitverantwortung aufgrund von Taufe und Firmung wahrnimmt und einbringt.