„Nehmt einander an und seid das Licht der Welt!“
Röm 15,7 und Mt 5,14

Heilige Elisabeth von Thüringen

Elisabeth von Thüringen entstammt der Ehe des ungarischen Königs Andreas II. (* 1177; † 1235) mit Gertrud von Andechs. Elisabeth wurde bereits als Kleinkind dem ältesten Sohn des Landgrafen Hermann von Thüringen versprochen. Das Haus Andechs-Meranien, dem ihre Mutter Gertrud entstammte, zählte ebenso wie die Ludowinger zu den einflussreichen Adelsfamilien Europas. Dass Elisabeth darüber hinaus eine ungarische Königstochter war, erhöhte den Glanz dieser Verbindung. Landgraf Hermann von Thüringen starb 1217 und Ludwig übernahm im Alter von 17 Jahren die Regentschaft. 1221 heirateten er und die 14-jährige Elisabeth in der Georgenkirche in Eisenach. Die Ehe, so berichten die Quellen übereinstimmend, war glücklich. Elisabeth begleitete ihren Mann auch oft auf Reisen, was sehr ungewöhnlich für diese Zeit war.
Elisabeth war zudem durch ihre radikale Frömmigkeit und beispiellose Fürsorge für Arme und Kranke eine außergewöhnliche Fürstin ihrer Zeit . Nach den frühen Überlieferungen versuchte Ludwig lediglich die exzessiven Selbstgeißelungen und nächtlichen Gebete seiner Frau einzuschränken.

Bereits während ihrer Lebensjahre als Landesfürstin begnügte sich Elisabeth nicht mehr mit dem Geben von Almosen, sondern begann im Dienst um Kranke und Bedürftige schwere und von ihren Zeitgenossen als entwürdigend angesehene Tätigkeiten zu verrichten. Von Ludwig wurde sie jedoch stets unterstützt. Das Fürstenpaar gründete 1223 sogar gemeinsam in Gotha ein Hospital, das sie reich ausstatteten. Ab dem Jahr 1226 half sie außerdem in dem Spital, das sie am Fuß der Wartburg errichten ließ, persönlich bei der Pflege der Kranken und widmete sich gezielt denen, deren Krankheiten besonders entstellend waren. Die Quellen schildern ihre liebevolle Zuwendung besonders zu Kindern: sie herzte und liebkoste auch die aussätzigen, schmutzigen und verkrüppelten Kinder, kaufte ihnen als Spielzeug Glasringe und kleine Töpfe.
Die populäre Legende vom Rosenwunder bezog sich ursprünglich auf Elisabeth von Portugal und wurde Elisabeth von Thüringen erst später zugeschrieben. Sie steht im Widerspruch zur Darstellung des Verhältnisses der Eheleute in anderen Quellen.

Konrad von Marburg - ein hochmittelalterlicher Priester und Magister, erfolgreicher Kreuzzugsprediger, später Inquisitor und Beichtvater - hatte Ludwig von Thüringen dazu überredet, am Fünften Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. teilzunehmen. 1227 leistete er diesem Gelübde Folge und brach mit umfangreichem Gefolge auf.
Anlässlich der Ernennung Konrads zu Elisabeth`s Beichtvater und im Angesicht der Vorbereitungen auf die Teilnahme am Kreuzzug legte Elisabeth von Thüringen im Beisein ihres Mannes vor dem Altar der Eisenacher Katharinenkirche ein zweifaches Gelübde ab: Sie versprach, Konrad Gehorsam zu leisten und für den Fall, dass Ludwig vor ihr sterben sollte, unbedingten und uneingeschränkten Gehorsam sowie darüber hinaus immerwährende Keuschheit.

Nach dem Tod Ludwigs 1227 kam es in der Familie zum Streit um das Witwengut. Da Elisabeth in Eisenach keine Bleibe fand, wohnte sie zeitweilig, vom einfachen Volk bald verachtet, in einem Schweinestall. Konrad von Marburg verbot ihr jedoch zu betteln und untersagte ihr auch unter Hinweis auf den geschuldeten Gehorsam, ein radikales Armutsgelübde abzulegen. Es ist nicht genau geklärt, wie lange Elisabeth noch in Eisenach blieb. Am Karfreitag 1228 entsagte sie in der Eisenacher Franziskanerkirche allem weltlichen Besitz, ihren Kindern und ihrem eigenen Willen. Nach zum Teil sehr problematischen Aufenthalten an verschiedenen Orten kam Elisabeth dann nach Marburg, wo sie 1231 auch starb. Bis zu ihrem Tod arbeitete Elisabeth in dem dort von ihr eingerichteten Hospital, welches sie aus den Mitteln ihres in der Zwischenzeit zugestandenen Witwengutes finanzierte. Als Patron des Hospitals entschied sich Elisabeth für den erst im Juli 1228 heiliggesprochenen Franz von Assisi. Sie selbst sollte im Spital als einfache Spitalschwester Dienst tun. Vermutlich zur Weihe des Hospitals erhielt sie das sogenannte „graue Gewand“, das auch äußerlich ihr Armutsgelübde unterstrich und anzeigte, dass sie nun als „soror in saeculo“ (Schwester in der Welt) gleichsam in den geistlichen Stand übergetreten war.

Heute tragen weltweit hunderte von Kirchen und viele Ordens- und Krankenhäuser den Namen der heiligen Elisabeth. Auch eine Reihe von Krankenpflegeorden der Neuzeit hat sich ihren Namen gegeben. Zu den bekanntesten Beispielen gehören der von Apollonia Radermecher 1622 gegründete Orden der Elisabethinnen von Aachen sowie die Kongregation der Schwestern von der hl. Elisabeth (Graue Schwestern).
Bereits 1235 wurde Elisabeth heiliggesprochen.

Der Name bedeutet: Gott ist Fülle (hebr.)

Gedenktag: 19. November

Attribute der Heiligen Elisabeth: Korb mit Rosen, Korb mit Broten, Schüssel mit Fischen, Bettler, Krug, Löffel, mit Aussätzigem

 Patronin von Thüringen und Hessen; der Witwen und Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig Verfolgten und Notleidenden; der Bäcker, Sozialarbeiter und Spitzenklöpplerinnen; des Deutschen Ordens, der Caritas-Vereinigungen; des Bistums Erfurt, zweite Patronin des Bistums Fulda

Quelle: Wikipedia, Ökumenisches Heiligenlexikon