Im September 2024 begann eine Erprobungs- und Kennenlernphase für sonntägliche Wort-Gottes-Feiern in unserer Pfarrei. Jeweils einmal im Monat wird seitdem einer der sechs Hauptgottesdienste in unseren Kirchen in dieser liturgischen Form gefeiert.
Knapp ein Jahr später, kurz vor den Sommerferien 2025, trafen sich das Pastoralteam und die Gottesdienstbeauftragten zu einer Reflexionsrunde. Zuvor hatten sich bereits die drei Ortskirchenräte für eine Weiterführung dieser Kennenlernphase im Schuljahr 2025/26 ausgesprochen. In diese sollen nun die Erfahrungen aus dem ersten Jahr einfließen.
Die Beteiligten konnten von einer grundsätzlich positiven Resonanz in den Gemeinden berichten, auch zu der für unsere Pfarrei getroffenen Entscheidung, die Wort-Gottes-Feiern grundsätzlich mit Kommunionausteilung zu feiern. Allerdings wurden sowohl im Ablauf als auch in der Kommunikation der an einer Wort-Gottes-Feier Mitwirkenden einige Verbesserungspotentiale festgestellt.
So wurden im Standardablauf einige Umstellungen vorgenommen, welche die innere Struktur und Dynamik eines solchen Gottesdienstes deutlicher machen sollen und so die Mitfeier der Gemeinde und auch die Gestaltung durch die Gottesdienstbeauftragten erleichtern sollen. Während Eröffnungsteil und die Verkündigung des Wortes Gottes unverändert blieben erfuhr der Teil „Antwort der Gemeinde“ mehrere Veränderungen: Zur Straffung wurde darauf hingewiesen, dass nach der Predigt von den alternativen Antwortelementen nur ein oder zwei ausgewählt werden sollen (Predigtlied oder Glaubensbekenntnislied oder Taufgedächtnis oder Schuldbekenntnis/Vergebungsbitte oder Segnungen oder eine Verehrung des Wortes Gottes). Daran schließt sich künftig die Kollekte an mit Nennung des Kollektenzweckes und Hinweis darauf, dass die finanzielle Gabe ebenfalls eine Antwort auf das gehörte Wort Gottes ist; dabei wird ein Lied gesungen. Darauf folgen die Fürbitten, welche mit dem Vaterunser abgeschlossen werden und danach der Friedensgruß. Ein gesprochenes Lobpreisgebet und der gesungene Gloriahymnus sind dann der abschließende Höhepunkt dieses dritten Teiles der Wort-Gottes-Feier. Im anschließenden Kommunionteil ist die Reihenfolge Anbetung und Kommunionausteilung nun klarer als bisher, da das Vaterunser bereits in Verbindung mit den Fürbitten gesprochen wurde. Zur Aussetzung des Allerheiligsten und zur stillen Anbetungszeit kniet die Gemeinde, bis sie zum Kommunionempfang aufsteht. Der Abschlussteil bleibt unverändert.
Da eine Wort-Gottes-Feier ebenso wie eine Eucharistiefeier immer eine von vielen Mitwirkenden gemeinsam gestaltete Feier ist, wurden die Kommunikationswege zwischen den verschiedenen Mitwirkenden – Leiter/innen, Organist/innen, Lektor/innen, Ministrant/innen und Küster/innen – für eine gute Vorbereitung nochmals genauer abgestimmt.
Das Kennenlernen und Einüben dieser liturgischen Form in unserer Pfarrei dient zur langfristigen Zukunftssicherung unserer gottesdienstlichen Vielfalt. Es ist gut, dass es an jedem Wochenende in unseren Kirchen so viele verschiedene Gottesdienstgemeinden gibt, die sich zum Lobe Gottes versammeln. Gegenwärtig stehen dafür auch genügend Priester zur Verfügung. Aber diese Situation wird sich absehbar irgendwann ändern – um das zu erkennen genügt ein Blick in die uns umgebende deutsche Kirchenlandschaft. Daher ist es wichtig, dass wir uns als Gemeinden auf eine Situation vorbereiten, in welcher es nicht mehr so viele Eucharistiefeiern, aber hoffentlich ebenso viele Gottesdienste wie heute in unseren Kirchen geben wird.
Diesem Ziel dient auch, dass im September vier Frauen aus unserer Pfarrei die zweijährige Ausbildung zur Gottesdienstbeauftragten beginnen. Es sind Constanze Bannasch, Cornelia Grützmacher, Eva Kaufner-Marx und Veronika Skyba. Wir wünschen ihnen für diesen Ausbildungsweg Gottes Segen!
Pfarrer Michael Gehrke
