Lobpreiset all zu dieser Zeit, wo Sonn und Jahr sich wendet,
die Sonne der Gerechtigkeit, die alle Not beendet.

Ein Jahr Photovoltaik-Anlage

Am 20. September hat die Photovoltaik (PV)-Anlage auf dem Dach unserer Kirche "Mariä Himmelfahrt" ihr erstes Betriebsjahr hinter sich gebracht. Dies ist eine gute Gelegenheit, ein erstes Fazit zu ziehen. Es gibt verschiedene Sichten auf so ein Projekt. Ich versuche, allen gerecht zu werden.

Die Initiative ging vom Ortskirchenrat (OKR) Striesen aus. Er hatte sich von einem Gemeindemitglied überzeugen lassen, dass eine PV-Anlage eine gute Idee wäre. Für den OKR stand der ökologische Aspekt im Vordergrund. Deshalb schauen wir zuerst auf die Auswirkungen auf die Umwelt.

In den vergangenen Jahren betrug unser Jahresverbrauch am Standort Wittenberger Straße 88a zwischen 6000 und 7000 kWh. Die PV-Anlage hat einen eigenen Stromzähler, der innerhalb unseres Hausnetzes misst, wie viel Strom tatsächlich verbraucht wird. Seit der Inbetriebnahme hat dieser Zähler 7140 kWh gemessen. Der offizielle DREWAG-Zähler misst die Strommenge, die wir aus dem Netz beziehen. In diesem einen Jahr sind dabei aber nur knapp über 3000 kWh zusammen gekommen. Also haben wir (die übrigen) über 4000 kWh sehr nachhaltig aus der Sonnenenergie bezogen. In den Rechnungen der DREWAG werden die Kunden über den Strommix und somit die durchschnittlichen CO2-Emissionen informiert. Diesen Daten entsprechend haben wir 1,4 Tonnen CO2 eingespart. Um eine solche Menge aufzunehmen benötigt eine ausgewachsene Eiche etwas 20 bis 30 Jahre. Hinterlässt das ein gutes Gefühl? Reicht das aus, um die Investition zu rechtfertigen?

Schauen wir auf den schnöden Mammon. Hätten wir den eingesparten Strom wie bisher aus dem Netz bezogen, hätte die DREWAG uns dafür Kosten in Höhe von ca. 1500 € berechnet. Das ist doch schon mal was, aber noch nicht alles. Die PV-Anlage hat mehr Strom produziert, als wir selbst verbrauchen konnten. Nach 365 Tagen stehen sage und schreibe 8684 kWh auf dem Produktionszähler. Davon haben wir - wie gesagt - über 4000 kWh selbst verbraucht, auch mit Hilfe eines Batteriespeichers. Leider gibt es auch ein paar Verluste durch die Leitungen und den Speicher. Aber es blieben immer noch über 4000 kWh, die wir über das Netz anderen Verbrauchern zum Nachhaltigen Verbrauch anbieten konnten. Diese werden uns mit über 300€ vergütet. Insgesamt haben wir in einem Jahr so viel Geld gespart bzw. eingenommen, dass sich die Investition nach ca. 11 Jahren vollständig rechnen würde.

Das ist nahe an der Prognose, mit welcher ich das Projekt dem Kirchvorstand vorgestellt hatte. Betrachten wir dabei einen sehr verregneten Juli, dann ist das Ergebnis im Bereich der Erwartungen.

Lukas Grützmacher