Christen aus Syrien, dem Irak, dem Libanon und aus Jordanien verbindet die arabische Sprache, liturgische Riten, Bräuche und Gesänge. Im vergangenen Jahr waren sie in Dresden auf der Suche nach einer Kirche und Räumen, um sich versammeln zu können.
Seit Weihnachten sind sie zu Gast in Mariä Himmelfahrt, wo sie in der Regel jeden ersten und dritten Sonntagnachmittag Gottesdienst feiern und anschließend im Gemeindesaal beisammen sind. Sie haben keinen eigenen Priester, aber einen Diakon.
Für Ostersonntag wurde ich gebeten, mit ihnen die Eucharistie zu feiern. Aber – un das war das Besondere – sie halten sich an den Kalender der Ostkirchen. An diesem Tag war für sie Palmsonntag und der Beginn der Karwoche.
Ich hatte mit unserer Gemeinde bereits die Osternacht gefeiert.
Nun hieß es, den „Hauptschalter umlegen“ und sich wiederum auf Passion einstimmen.
Die Kirche war mit echten Palmzweigen geschmückt (aus Spanien besorgt). Anstatt der bei uns üblichen Weidenkätzchen war ein großer Korb mit Olivenzweigen vorbereitet, die von mir geweiht wurden. Die Prozession ging von der Kirche bis zum Eingang an der Wittenberger Straße und wieder zurück.
Ich wusste zwar, dass ich mich in unserer Kirche befinde, durch die orientalischen Gesänge und Gebete fühlte ich mich aber, als sei ich in Damaskus oder Aleppo zu Gast. Im Verlauf des Gottesdienstes ging mir auf: Wir feiern in jeder Eucharistie Tod und Auferstehung Christi, Ostern, aber auch Karfreitag.
Familien mit Kindern und Jugendlichen waren gekommen, um die 150 oder mehr – von Meißen, Pirna bis Chemnitz und natürlich aus Dresden. Am darauffolgenden Sonntag feierten sie bei uns das Osterfest.4
Laurenz Tammer, Pfr. i. R.