Vom 5. bis zum 7. März hat Bischof Heinrich Timmerevers unsere Pfarrei besucht. Er hatte ein straffes Programm: 11 Personalgespräche, zahlreiche Begegnungen in christlichen Einrichtungen, die auf dem Pfarreigebiet zu finden sind, eine gemeinsame Sitzung mit Pfarreirat und Kirchenvorstand am Donnerstag, Kreuzwegandacht in Zschachwitz, Teilnahme am Weltgebetstag der Frauen in Johannstadt am Freitag, Kindersamstag und Begegnung mit Firmbewerber/innen und mit Gemeindemitgliedern aus der ganzen Pfarrei gab es auch noch, bevor die Visitation am Samstagabend mit einer Messe in der Pfarrkirche „Herz Jesu“ ausklang.
In der kleinen Runde, die sich zur Begegnung im Herz-Jesu-Gemeindezentrum am Samstag zusammenfand, rekapitulierte Bischof Timmerevers einige dieser Eindrücke: „Ich bin beeindruckt von den vielen Dingen, die ich gesehen habe, die da sind“, meinte er. Angefangen vom ersten Besuch im Kinderhaus „Arche Noah“, bei den Kleinsten der Gemeinde, bis zu den Gesprächen in der Ökumenischen Seniorenhilfe in Striesen. Tief beeindruckt zeigte sich der Bischof auch von den Erlebnissen beim Christlichen Hospizdienst auf der Canalettostraße. Dort wirken gut 160 Ehrenamtliche im ambulanten Hospizdienst in ihren Nachbarschaften. „Das ist wie ein Netz über der gesamten Stadt“, sagte der Bischof. „Was geschieht da viel Gutes in unserer Stadt, im Verborgenen.“
Auch über das Pfarreileben zeigte sich der Bischof positiv beeindruckt: „Es wird sichtbar, wie viel da ist, wie viel gestemmt wird.“ Da sei eine hohe Motivation kirchliches Leben zu gestalten. Man merke, dass die drei Gemeinden vor Ort im Einklang seien und er habe nicht das Gefühl, dass eine Konkurrenz zwischen den Gemeinden herrsche.
Es tat gut, unsere Pfarrei mal wieder mit dem Blick von außen wahrzunehmen. Wie viel Engagement, wie viel Talent und christlicher Geist ist da: in den Ortsgemeinden, aber auch in unserem Wirken in der Stadt, in unseren Nachbarschaften.
Im Gespräch wurde auch deutlich, wie viel einfacher wir es als Pfarrei in einer Großstadt haben. Unser pastoraler Schwerpunkt, der ja auf der Kinder- und Jugendarbeit liegt, steht in vielen ländlichen Gemeinden gar nicht zur Debatte. Dort gibt es entweder keine Kinder und Jugendlichen mehr oder die Entfernungen, um die Kinder zusammenzubringen sind zu groß. Auch Zuzug und Anbindung neuer Gemeindemitglieder gestaltet sich auf dem Land oft schwierig.
Es gibt viele Fragen und Herausforderungen, die wir uns als Christen stellen und die sich auch Bischof Timmerevers stellt. Wofür sind wir da, als Kirche? Wie können wir Menschen kirchliche Heimat, ein Zuhause bieten?
Die Antwort darauf muss wahrscheinlich immer wieder neu entwickelt werden, aber wie Bischof Timmerevers sagte: „Wir müssen in die Tiefe gehen, das Fundament muss stimmen.“ Das betonte er auch in seiner Predigt in der Messe zum Abschluss der Visitation, die sich u.a. auf den Römerbrief (Röm 5,1-2.5-8) bezog. Da geht es darum, aus dem Glauben, aus der Hoffnung, heraus zu leben und zu handeln: „Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen, durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“
Johanna Ehrhardt